…in das Saale-Unstrutgebiet im Oktober 2011
Ein edler Tropfen Wein ist allemal ein guter Begleiter für fröhliche Stunden in geselliger Runde. So war die Idee geboren, unsere siebte Posaunenchorreise ins nördlichste Weinanbaugebiet unseres Landes zu machen.
Wir fuhren mit dem Posaunenchor, befreundeten Gästen und vielen interessierten Gemeindegliedern in den Herbstferien ins Saale – Unstrutgebiet nach Bad Kösen, einem für viele von uns noch unbekannten Kurort.
„An der Saale hellem Strande…“ hoch über dem Flusstal gelegen, wohnten wir im Hotel Wilhelmsburg. Mit großartigem Blick ins Saaletal wurden wir von Familie Becker mit ihren freundlichen Mitarbeiterinnen täglich mit gutem Essen und manch edlem Tropfen Wein aus der Region verwöhnt.
In Punschrau feierten wir am Sonntag mit der Ortsgemeinde den Erntedankgottesdienst. Und im Schatten einer alten Kastanie – es war wirklich goldener Oktober! – spielten wir mit Bläsern des Ortes ein schönes Platzkonzert auf dem Dorfplatz. Unvergessen im Anschluß die Kaffeetafel in der Pilgerherberge des Ortes. Fleißige, gastfreundliche Menschen verwöhnten uns mit „Selbstgemachtem“.
Wir besuchten die Burg Saaleck. Wir spielten vom Felsen der Rudolfsburg. Bei strahlendem Sonnenschein waren unsere Klänge weit übers Tal zu hören. Wir lernten die Landesschule Pforta kennen. Natürlich durfte am Abend eine Weinprobe im Kloster Pforta, einer großen Weinkellerei, nicht fehlen. Die Winzer der Region keltern wirklich gute Tropfen!
In Naumburg konnten wir die Ausstellung der Naumburger Meister bewundern. In der Wenzelskirche musizierten wir vor der großen Hildebrandt Orgel. Freyburg an der Unstrut war ein weiteres Ziel. Eine Wanderung entlang des „Steinernen Albums“, einer in Stein gehauenen biblischen Geschichte, führte uns zur Mündung der Unstrut in die Saale. Es war ein besonderes Erlebnis. „Vom Winde fast verweht“ spielten wir hoch über der Stadt in einem Weinberg. Man hörte uns unten in der Stadt, trotzdem.
Trotz heftiger Sturmböen gelang es dem Posaunenchor,
einige Musikstücke über Freyburg hinweg zu blasen.
Eine Besichtigung der Rotkäppchen Sektkellerei gehörte ebenso zum Programm, wie am Abend ein schönes Konzert in der romanischen St. Marien Basilika.
Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise waren die Dornburger Schlösser, hoch über der Saale in mitten schöner Weinberge gelegen. Faszinierend dann der Besuch in der „Arche Nebra“. Hier in der Nähe wurde die „Himmelsscheibe“ – eine erste, uralte Sternenkarte aus Bronze gefunden. Eine gute Führung durch die Ausstellung und ein besonders gut gelungener Film brachten uns diesen Fund näher. Am Abend dann ein Konzert in der Dorfkirche Nebra. Die kleine Gemeinde freute sich besonders über unseren Besuch.
Wieder erlebten wir viel Gutes bei unseren Besuchen in Kirchen und auf Dorfplätzen. Ein schöner Landstrich, ein bezauberndes Weinbaugebiet mit liebenswürdigen Menschen ist uns begegnet. Eine wahrlich erlebnisreiche Reise mit einer liebenswerten und fröhlichen Gruppe liegt hinter uns, in der wir auch erfahren mussten, dass die Trauer zum Leben gehört.
Georg Liedtke





